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Kurze Geschichte des BBSV
Der Badische Blinden- und Sehbehindertenverein V.m.K. wurde als Verein für badische Blinde im August 1900 in Karlsruhe gegründet und ist damit der älteste Selbsthilfeverein in ganz Baden-Württemberg. Ziel der Initiatoren war es schon damals, neben Arbeit zum Broterwerb die Bildung blinder und sehbehinderter Menschen zu verbessern. Durch die wohlwollende Unterstützung "allerhöchster gesellschaftlicher Kreise" – an ihrer Spitze Großherzogin Luise von Baden, die eine Blindenschriftbibliothek stiftete – konnten diese Ideen in die Tat umgesetzt werden. Gründungsvorsitzender war der an der Blindenschule Ilvesheim tätige Arbeitslehrer Karl Kornmann. Er konnte 1903 bereits über 500 Blinde und mehr als 8000 sehende Förderer zu den Vereinsmitgliedern zählen. Neben der Bildung wollte der Verein menschenwürdige Behausungen für die arbeitenden Blinden schaffen. Streng nach Geschlechtern getrennt entstanden 1902 und 1909 Wohnhäuser in Mannheim. In der Folge der beiden großen Kriege war die Not unter blinden Menschen besonders groß. Diese Not wenigstens etwas zu lindern, war das Bestreben des 1947 in der amerikanischen Besatzungszone wieder gegründeten Vereins. Dieser beschränkt sich auf das nördliche Baden. Durch die in den 1970er Jahren vollzogene Übernahme der Arbeitsabteilung, die bis dahin eine eigenständige Genossenschaft war, in den Verein konnten blinde Handwerker bis zu deren Verrentung beruflich aktiv bleiben. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte öffnete sich der Verein immer mehr für sehbehinderte Mitmenschen. Dieses Bemühen gipfelte im Jahre 2000 in der Namensänderung "Badischer Blinden- und Sehbehindertenverein V. m. K". Im Verlauf der letzten 10 Jahre hat sich der Verein weiter fortentwickelt. So sind die Aufgaben vielschichtiger geworden. Politische Lobbyarbeit und Öffentlichkeitsarbeit auf allen Ebenen für blinde und sehbehinderte Menschen haben zugenommen. Die Notwendigkeit der Schaffung einer barrierefreien Umwelt ist weiter in den Vordergrund getreten, um blinden und sehbehinderten Menschen den eigenständigen Zugang zu öffentlichen Räumen zu ermöglichen. Dies alles sind Teile des vollzogenen Paradigmenwechsels von Fürsorge zu selbst bestimmter Teilhabe.